1000 JAHRE LYSS

m

  LYSSPLUS   DiE ETWAS ANDERE SEiTE

 KULTUR

WIRTSCHAFT

 POLITIK

GESCHICHTE

   SUCHE

  CHRONIK

  PERSONEN

 ZAHLEN

HARDERN

    ECHO

 LITERATUR

   KIRCHEN

VERKEHR

      AUTOR

   LINKS

 

 

oHOMEo

Polizei

Feuerwehr

KartenLyss

Flugbild

Fotorätsel

Rund um Lyss

Kolumne

Klartext

Klagemauer

Bravo

Dies + Das

Strassen

Karten

Wetter

Verkehr

Radar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DORFKOLUMNE

 

Fertig luschtig 

So heissts und tönts offenbar an der eidgenössischen Glotze wöchentlich - was ich nicht zu beurteilen vermag.  Denn mir fehlt der TV-Gluscht. Und vor allem die Zeit, mir geölte Satzschwälle zu Ohren zu führen - etwa bei ARENA und  bei dem auf den nächsten Wahltermin fixierten Wortgeklingel. Wer da jeweils die Wahrheit zu sagen beansprucht, das vermöchte ich noch weit weniger zu beurteilen. Und mir durch Geschwafel die Zeit stehlen zu lassen, das liege mir noch ferner...

Immerhin und auf unser Lyss bezogen: Was da gegenwärtig das dörfliche Politgeplauder und Stammtischgemunkel beherrscht  - der Fall (diesmal im doppelten Sinne) nämlich eines dorfbekannten Schulmeisters und Gemeinderates - das erinnert mich ziemlich tiefgreifend an das scheints gern beguckte "Fertig luschtig". Obschon die ganze Affäre wohl alles andere als "luschtig" ist. Sondern mehr als  nur bedenklich, nämlich massiv Schaden stiftend. 

Heimliche Schadenfreude (aus welchen Gründen auch immer) wäre hier ebenso billig wie fehl am Platz. Denn der überaus peinliche Vorfall stiftet  offensichtlich Schaden - dem Ruf der Schulmeister (und -leiter...), der Glaubwürdigkeit der ohnehin schon überforderten Schule, der gemeinderätlichen Klein-, Gross- und Kanalarbeit (die alles andere als Zuckerschlecken ist), der Politik überhaupt und der betroffenen Partei vor allem. Und nicht zuletzt dem Ruf der Gemeinde Lyss. Wer's nicht glaubt oder wahrhaben will, der höre sich im näheren oder weiteren Seeland um...

Im Dorfgespräch wird der heute zu lesende Zeitungstitel "Gestrauchelter Strahlemann" bereits als "Verstrahlter Strauchelmann" verballhornt. Das ändert (auch in vorfasnächtlicher Zeit) nichts an der Tatsache, dass unser Dorf einen solchen (unseres Wissens noch nie da gewesenen) Fall weder verdient hat noch dessen bedarf. Ebenso wenig wie nachrufartig eingefärbte Lobhudelei oder Verschweigen von Fakten in der ideologischen Ecke einer Co-politischen Küche.

Das gastspielartig kurzzeitige Politstrahlen ist in diesen Tagen offensichtlich erloschen. Was bleibt ist debakulös und nichts anderes als "Fertig luschtig".  

(070111)

 Nicht repräsentativ

Doch, doch - auch Sie kennen das selbstverständlich: Da wird in irgend einem Blettli - literarisch gesehen ganz im Sinne Fontanes "Das ist ein weites Feld" - vermeldet, dass in Irgendwo eine Kuh mit übergrossen Hörnern gesichtet worden sei. Und dass sich selbige momentan (schätzungsweise ungewollt) zum Dorfgespräch entwickelt habe. 

Erfahrungsgemäss sind es allerdings fast ausnahmslos ein paar wenige plauderfreudige Gazetten menschlicher Gattung, die erwähntes Dorfgespräch ausmachen - zufälligerweise einem Federfuchser auf Themensuche begegnet. Als alles andere als repräsentativ sind mithin solche "Dorfgespräche" einzustufen.

Genau so wenig repräsentativ sind nun - aufgepasst mehr oder weniger geneigte Leserinnen und Leser (weil's LeserInnen nun mal nicht gibt...) - die nachfolgenden Worte. Die haben sich im Laufe diverser höchst unverbindlicher Gespräche ergeben und sind in den letzten Tagen und Wochen (entgegen kommunal-aktueller Wahl-Lethargie) nach dem Prinzip des Zufallgenerators eingetrudelt.

Also denn - ganz und gar nicht repräsentativ (und niedergeschrieben am Tag vor Bekanntgabe der Resultate der Gemeindewahlen) - eine zusammenfassende "Wahlvoraussage": Die Stimmbeteiligung wird ziemlich tiefer liegen als vor vier Jahren und möglicherweise etwa so um 37 Prozent herum plampen. Und die FDP wird wohl (weil's vor vier Jahren ein mehr als nur knappes Restmandat war und niemand damit gerechnet oder dies gar gewollt hat) auf ihren vierten Gemeinderatssitz verzichten müssen/dürfen/können. 

Noch nie vorher hatte diese oder eine andere Lysser Partei übrigens eine (so oder so politisch ungesunde) Mehrheit im Gemeinderat - und mit diesem Sitzverlust wird einzig und allein eine ganz und gar unnatürliche Situation bereinigt werden (an der überhaupt niemand Freude hatte - abgesehen von den Schadenfreudigen dies- und jenseits des Lyssbachs). 

Gewinnen könnte oben erwähnten Sitz (immer noch im Sinne der nicht repräsentativen Zusammenfassung) die SP oder die listenverbundene EVP. Einen einzigen Gemeinderatssitz dürfte (wahrscheinlich) wieder die SVP einfahren - trotz vorangegangener Plakatflut. Womit dann der Gemeinderat einigermassen möglicherweise am ehesten (siehe mehrmals oben) etwa 3 FDP-, 3 SP- und 1 SVP-Vertreter aufwiese. 

Dass sich bei der Wahl des Grossen Gemeinderates erfahrungsgemäss Sitzzahlen weit beweglicher wandeln, wird sich (diesmal ganz sicher...) zeigen. Zu erwarten sind wohl (gemäss nicht repräsentativer Gesprächsstimmung) etwas mehr (vielleicht 2-3) Sitze für die SVP zulasten mehrerer nicht-sozialdemokratischer Parteien. Und als neckische Garnitur dazu allenfalls ein paar kleinere Auf-Ab-Zufallsrutsche. Aber auch dies eben und alles in allem: ganz und gar nicht repräsentativ. Und gemäss Redensart "Hinterher ist man immer gescheiter"...

(051126/Samstag 13.54 Uhr)

(Die rot markierten Textstellen sind nach der Wahl zur Tatsache geworden / 051215)

Farbenzaubereien

Farbenprächtig sind sie vor wenigen Tagen noch gewesen - die Laubbäume im Dorf. Und farbenprächtig präsentieren sich jetzt und seit Tagen (zeitlich einigermassen überlappend mit den Laubbäumen) die diversen Wahlplakate. Doch beiden ist das gleiche Schicksal beschieden: Es fällt (wie einstmals im Lied) das Laub von den Bäumen. Und der spreizbeinige Plakatständer dem Plakatierer vorerst in die Hände und dann zum Opfer.

Mit einiger, den Bürger intellektuell fordernder Verunsicherungspotenz allerdings. Denn Schwarz ist nicht mehr schwarz, grün nicht mehr grün und... Doch schauen Sie selbst: Aus dem altüberlieferten Sattgrün (das giftigere Grün hat schon vor der Montage erwähnter Stelzbeiner den Geist aufgegeben, respektive bastelt zu dritt immer noch an Konzeptstudien, Leitbildern und Sonstigem). Aus erwähntem Wald- und Wiesensattgrün also hat sich über (Wahl)nacht dominantes Dunkelblau entwickelt. Die traditonsgemäss Blauen haben wohl darum ihre Stammfarbe verloren und kommen nun im reinsten Weiss (der Unschuld) daher, während die Roten halbwegs ins Grüne mutiert haben. Und listenverbinden sich umgekehrt mit den Gelben, die wiederum vom Violetten ins Gelb verfärbt sind und die einstmals original Gelborangen...

Kurz und gut: Des alten Geheimrat Goethes Farbenlehre ist parteipolitisch rundum durcheinander geraten wie noch kaum je hierzulande. Drum sehe sich vor, wer Farben noch einigermassen zu unterscheiden vermag. Ansonsten träte allenfalls ebenso unerwartet wie überraschend der Fall ein, dass in diesem regenbogenfarbigen Wahlangebot die eine Bürgerin sich grün oder gelb ärgert, ein zweiter Bürger alles ausschliesslich rot oder schwarz sieht und ein dritter (egal welchen Geschlechts) am Montag nach dem sich drohend nähernden Wahltermin sich blau zu feiern gezwungen sieht. Oder sich (wahlweise) wegen der reihenweise auftretenden Gemeindedefizite und kommunalroter Zahlen gar graue Haare einhandelt. 

(051119)

«Wir planen voraus»

liest der aufmerksame Dorfbewohner seit geraumer Zeit auf einem Fahrzeug der kommunalen Bauabteilung: Von weitem lesbar auf der Wagentüre aufgepinselt und wohl als PR-Massnahme (oder Selbstqualifikation) gedacht. Damit jeder Lesekundige ein für allemal weiss, dass in dieser Gemeindeabteilung im "voraus" und nicht etwa "hinterher" geplant wird.

Nur: Man kann ja schliesslich auch "hinterher" planen - beispielsweise, wenn etwas "verplant" und mithin einiges Geschirr schon den diesesfalls kostspieligen Weg alles Irdischen gegangen ist. Aber  verdiente solchiges als glaubwürdige (und damit nachhaltig kostensparende) "Planung" im eigentlichen Sinne bezeichnet zu werden? Weiss der Himmel, welche Sprachverwirrung da öffentlich ersichtlich wieder um sich greift.

Plant Herr Müller seine Ferien, dann tut er das selbstverständlich zum voraus. Plant Frau Meier die Hochzeitsfeier ihrer Tochter, dann tut sie das selbstverständlich zum voraus. Und plant ein Jugendlicher seine Discoparty in der heimischen Garage, dann tut er das selbstverständlich zum voraus. Einleuchtend und selbstverständlich also: Planen bedeutet an sich schon "zum voraus" - sonst ist's eben etwas ziemlich anderes als Planen. 

Aber man kennt das ja allmählich: In unserer Sprachwelt tummelt sich so einges Verschrobenes. So galoppieren ja auch weisse Schimmel und schwarze Rappen (wie jeder Viertklässler lernt), gibt es runde Kreise und viereckige Rechtecke  - ganz abgesehen einmal vom kleinen Häuschen mit der neu renovierten Wohnung. 

Dies alles aber ist in "keinster" Weise (kein heisst alllerdings schon null und nichts...) weltbewegend, fürwahr. Aber genau so falsch und lächerlich wie etwa die Behauptung, 2 + 3 ergebe neuerdings 7...

(051117)

Wahlgeplauder+Wortgeklingel

Es stimmt schon: Weiterbildung mittels Lektüre ist anstrengend - besonders wenn man dabei denkt. Behaupte da beim Propheten Marx niemand etwas anderes! Besonders wenn es sich um Wahlprospekte (die korrigierten selbstverständlich...) handelt wie in diesen Tagen. Obwohl das eigene, richtungsweisend schwerwiegende Wahlcouvert (wie sagen Politiker von links bis rechts aussen?: "Die Richtung stimmt"...) längst schon dem Briefkastenschlitz des Gemeindehauses anvertraut worden ist. Es gluschtet einen halt doch, ein Auge (eins reicht bei weitem...) in die berauschend farbige, hingegen eher minder wortgewaltige Papierflut der nahenden Gemeindewahlen zu werfen. 

Bzw. zu riskieren, denn mit einem nicht unerheblichen Verwirrfaktor ist solches Tun zum vornherein behaftet. Besonders, wenn man sich vor dem geistigen Augen hält, wie's in den letzten vier Jahren in unserer Dorfpolitik so her und zu und sonst noch pendelte. Beim hochkantig versenkten Marktplatzprojekt z.B. (von SP  und EVP damals ebenso einstimmig wie wärmstens und finanziell aufwendig empfohlen...). Und damit das letzte Gemeindedefizit noch um 1,4 Millionen weiter himmelwärts auf über4 Millionen getrieben worden wäre. Möglicherweise jagen die Parteien jetzt genau deshalb listenverbunden hinter Wählerstimmen her - man kann ja nie wissen (oder weiss es trotzdem).

Unendlich weit verwirrender als die inhaltlich risikolos  austauschbaren Texte der Wahlprospekte indessen wirkte dieser Tage der Dorfrundgang einer lokalregional tätigen Sporad-Journalistin  mit den zwei führenden SP-Köpfen/innen. Wurde da doch (Zitat) von den beiden SPlern ein für allemal festgehalten: «Damit sich Lyss weiterhin sozial und fortschrittlich entwickelt, braucht es deshalb einen Kurswechsel». 

Ganz und gar einverstanden: sozial und fortschrittlich war (und ist) unser Dorf erfreulicherweise seit Jahrzehnten - und das erst noch ununterbrochen unter (man lese und staune mal zünftig) bürgerlicher Mehrheit. Was also soll denn nun plötzlich ein «Kurswechsel» nach dem ideologischen Geschmack der SP-Oberen? Einen Kurswechsel etwa ins Gegenteil: zu unsozial und rückständig? Das allerdings wäre alles andere als lysserisch... Oder gar zu sozialistisch und - ja was denn eigentlich noch bei diesem unausgegoren verfärbten Wahl- und Wortgeklingel?

Aber eben: Sprache ist halt immer noch Ausdruck des Inhalts...

(051103)

Service public

ist eine ganz wundersame Sache. Und einer jener seit Jahren von linken Sprachmanipulatoren geschickt ins Spiel gebrachten und von Allzuvielen unbemerkt hochgejubelten Begriffe des aktuell gängigen Politvokabulars. Genau so wie Kies "ausbeuten"  (Charly Marx/früher London - lässt über den Gartenzaun grinsend grüssen), obwohl man ehemals scheint's Kies ganz einfach "gewonnen" und dabei (hoffentlich) etwas verdient, investiert und Arbeitskräfte beschäftigt hat.

Und so sieht "Service public" heutzutage im Massstab 1:1 aus - insofern man sich getraut, einen Koffer mittels Passagiergut und für lumpige 10 Fränkli von Leukerbad nach Lyss transportieren zu lassen: Gepäckaufgabe Donnerstag um 11.30 Uhr, Passagierabfahrt im Bedli um 13.30 Uhr mit Ankunft in Lyss um 16.50 Uhr (Minutenzahlen gerundet) - und das alles an einem heiligen Donnerstag. 

Gleichentags dann um 18.30 Uhr Nachfrage bei den volkseigenen Staatsbahnen, ob Köfferli angekommen - mit prompter Negation durch die leichter verunsicherte Bagage-Ankunft. Hingegen mit dem ebenso tröstlichen wie hoffnungsvollen "Service public", SBBseitig einen telefonischen Anruf zu erhalten, sobald besagtes Objekt auf dem Bahnhof Lyss einfliege. 

Nullsummmen-Spiel und Nervenkitzel dann während des ganzen Freitags - frei nach Max Rabes durchschlagender Schlagermelodie "Kein Schwein ruft mich an" (auch nicht SBBseitig). Leichtere frauliche Aufregung anschliessend wegen des allenfalls noch etwas feuchten Badekostüms in besagtem Reise-Behältnis, tiefgreifende Sorgenfalten im Blick auf das fehlende Nécessaire verbunden mit leichterem Bauchsäuseln wegen offensichtlich eingeschränkter Garderobe. 

Aber Auskunft über den stunden- ja, nun bereits mehr als eintagelangen Verbleib des sehnlich erwarteten Objekts gibt's möglicherweise ("Service Public" eingedenk) über den Fernsprecher zu argattern  - und zwar auf dem Bahnhof Lyss. Wahlweise unter "SBB Personenverkehr, Verkauf und Beratung Personenverkehr, Rail Service tägl. 24 Std. Fr. 1.19/Minute, SBB Reisebüro, Betriebsdienst, Geldtransfer Western Union, Geldwechsel, SBB Cargo". 

Nur von Koffersuche und -verbleib ist im Telephonbuch nichts auszumachen. Und das in der gepäcktechnisch motivierten Ungeduld zwischenzeitlich angefragte SBB-Fräulein ist gerade nicht zuständig, sondern scheint's ausgerechnet ein ganz Anderes. Und das flötet nun spontan - inzwischen immerhin samstagmorgens - doch, doch es seien da zwei Köfferli arriviert.

Und das alles, geschätzte LeserInnen (auch Letzteres eine gar wundersame, allerdings dudenfremde Wortschöpfung aus der trickreichen linken Wörterkiste) unter dem kundenfreundlichen Begriff "Service Public" - abgekürzt mit den Initialen "SP". Alles Zufall oder was? 

(051015)

NB1 : Vier Tage nach der Veröffentlichung der oben- stehenden Kolumne schrieb die renommierte Fachzeitschrift "Finanz und Wirtschaft" unter dem Titel "SP auf wirtschaftspolitischen Irrwegen" am 19. Oktober/Seite 23 zum Thema Service Public, dem "linken Lieblingsthema": "Der Service Public wird als Instrument der Umverteilung missbraucht" und "dass damit enorme Ineffizienzen geschaffen und Märkte verzerrt werden, interessiert die Genossen nicht".

NB2 : Zur Rechtfertigung der Tatsache, dass der Verkehr auf der Strasse seit Jahren künstlich verteuert wird, «wurde der Begriff "Service public" erfunden, der mittlerweile quasisakrale Geltung erlangt hat» Weltwoche Nr.44/3.November/Seite9).

Eben... (siehe Schlusssätze der Kolumne)

 

Signalitis

signalisierte die diesjährige Fasnachtszeitung "GUCKLOCH" mit geradezu prophetischer Weitsicht. Was nämlich kurz vor Ostern im Dorf herum in Sachen Signalitis vor sich hin raufmontierte, runtermontierte, abschraubte, anschraubte usw. - das alles war nun ganz augenfällig ein höchst akuter Anfall eingangs erwähnten Krankheitsbefalls.

Am abgeschraubtesten präsentiert sich nun wieder die Lyssbachbrücke beim Kreuz. Was vor ein paar Monaten strahlend glänzend und in mehrschichtiger Trächtigkeit an Schildern in einer Blitzaktion einbetoniert, aufgepflanzt, in Stellung gebracht und abschliessend verschraubt wurde, ist nun bereits den Weg alles Irdischen gegangen. Indem die farbprächtigen Neosignale nämlich auf einem orangefarbenen Wägeli der kommunalen Bauabteilung provisorisch zur Ruhe gelegt und schliesslich zum Verschwinden gebracht wurden.

Eine ganz besondere Augenweide (neben einigen andern signalistischen Taten an diversen Tatorten...) bietet neuerdings der auf den neuesten verkehrstechnischen Stand gebrachte Hirschenplatz. Nähert man sich - nur so beispielsweise - vom Oberfeld her dem Lysser Premierenkreisel, dann ist schon mitten aus dem «Trachselloch» zu erkennen, dass der glutrot markierte Veloweg nach Bern nach links anzusteuern ist. 

Und auch die Autobahn sowie Aarberg und Murten sind links anzupeilen - und nicht mehr pfeifengeradeaus Richtung Aarberg. Das ist unzweifelhaft so, weil die meisten Lysser mit dem Fahrrad nach Bern zur Arbeit pendeln und nicht etwa mit dem hochgelobten ÖV. Der blauweisse Hauptstrassenwegweiser nach der Bundesstadt hingegen fristet auf dem Hirschenplatz fast auf den Boden herab gesunken sein offensichtlich freudloses, weil eher nutzloses Dasein.

Das alles tut unserem Marktplatz mit seinen vom Volk geretteten Kastanienbäumen unzweifelhaft wohl und gut. Fragt sich nur, ob Altersheim, Kirchenfeldschulhaus, Geschäfte an der Hauptstrasse und Bewohner im Kirchenfeld über die stillschweigende Einführung der sogenannten (jahrzehntelang offen und hintenhreum heiss umstrittenen...) T-Lösung in bürgerfreundlicher und transparenter Art und Weise über den aktuellen Signalitis-Anfall und seine Auswirkungen informiert worden sind. 

Auf der Homepage der Gemeinde jedenfalls war unter «Aktuelles» weder noch und überhaupt nichts Derartiges auszumachen. Ganz abgesehen von unserer jeweils offenbar an Telephon und Schreibtisch entstehenden Lokalpresse. Aber Signalitis kann bekanntlich innert Bruchteilen von Sekunden auftreten...

(050324)

 

Wahlauftakt

So, so - jetzt gehts also in unserer Dorfstadt wieder mal los. Mit dem Wettlauf um Sitze, Köpfe, Prozente, Wählerinnen und Wähler nämlich. Eigentlich genau so wie alle vier Jahre - und darum lockt die Neuigkeit kaum mehr Einen hinter dem leider immer noch wohlig geheizten Ofen hervor.

Zwar etwas früh gefallen ist er, der Wahlstart der FDP - jedenfalls noch zur Zeit des halbverschneiten Ortsbildes. Und hält man sich die nicht gerade kurz geratene Zielgerade bis zum «schicksalsschweren» Stichtag des 27. Novembers vor Augen, dann... schön, dann wird wenigstens das jüngste, wohl doch eher profillos dahindümpelnde politische Dorfgeschehen bald einmal sein verdientes Ende finden. Mal abgesehen (betreffend Profil) natürlich von jüngst vollmundig verkündeten "chaotischen Zuständen", die selbstverständlich nicht zuletzt im Blick auf die anstehenden Gemeindewahlen kund getan worden sind...

Ja, und nun wird der sozusagen frühreife Wahlauftakt der FDP monatelang politischen Schnauf, möglicherweise zähe Konstitution, stahlharte Nerven und ähnlich Physisches und Psychisches erfordern. Bei der FDP und bei den andern Parteien. Denn die werden sich nun wohlweislich sputen, damit sie in den kommenden Wochen nicht den Zug (oder frei wählbaren andern ÖV) verpassen und schliesslich gemeinsam mit dem Besenwagen über die Ziellinie laufen werden.

Zu danken ist jedenfalls heute schon allen Lysserinnen und Lyssern aller Parteien, die bereit sind, neben Berufsleben und Familienpflichten dereinst möglicherweise ein politisches Amt zu übernehmen. Dann aber nicht nur "Ratsmitglied" zu sein. Sondern (in harter, von der Öffentlichkeit unbeklatschter Kleinarbeit) für die Dorfgemeinschaft auch sicht- und spürbare Fortschritte zu verwirklichen - und nicht einem heute in gewissen Kreisen gängigen "Sauglattismus" zu verfallen.

(050310)